Ein ganz besonderes Erlebnis [Ultraschall]

Ich als Mensch mit Angststörung mache mir ja stets und ständig Sorgen. Umso mehr, da ich das Baby überhaupt nicht regelmäßig merke. Tag X, an dem mir die erste Schwangerschaft und mein Körpergefühl völlig zerstört wurde, weil mir eine Ärztin sagte, man wisse ja nicht “ob mein Kind morgen nicht tot im Bauch ist”, um mich nach einem Unfall da zu behalten und Sachen sagte wie “morgen gucken ob der Fötus noch lebt”, rückt näher und so langsam merke ich, wie meine Angst doch steigt.

Also hat sich mein Mann ein Herz gefasst und einen der Ärzte auf der Arbeit um Erlaubnis gebeten, eines der Sonogeräte nutzen zu dürfen. Das war schon meine Idee, denn geschallt habe ich schon ein paar mal und- mit Verlaub – in der 17 Woche erkennt jeder Depp etwas. Und weil Ich den besten, tollsten, geilsten Job auf der ganzen Welt habe 💜 war das auch kein Problem.

Ganz allein, nur begleitet von einer der Patinnen, gingen wir also kurz das Baby anschauen 😍😍😍😍. Kein Arzt der irgendetwas misst und somit ja immer auf “Fehlersuche” ist. Herrlich! Wir haben das bewusst sehr kurz gehalten, wir wollen das Baby ja auch nicht stören. Mir hat das, auch emotional, unheimlich viel gegeben.

Die Geräte meines Gynäkologen sind um Welten besser, aber man hat trotzdem genug gesehen. Ein unvergleichliches Erlebnis 💜

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Like a cat in a bag,waiting to drown [The Verve, The Drugs don´t work] [Depressionen; Schwangerschaft]

Depressionen sind eine fiese Angelegenheit. Immer. Besonders, wenn sie chronisch sind. Und ganz besonders, wenn die Möglichkeiten der Behandlung-etwa durch Schwangerschaft- begrenzt sind.

Wie sehr man von äußeren Faktoren abhängig ist, merkt man erst, wenn diese Faktoren wegfallen. Wenn man Medikamente nimmt, dann denkt man sich ja meist, gut, die helfen mir jetzt, mit der Situation umzugehen. Sie machen etwas leichter, was man sonst auch könnte- nur eben mit mehr Anstrengung. Die Wahrheit ist aber: manchmal ist es eben nicht so. Manchmal da helfen diese Medikamente einem ÜBERHAUPT etwas zu tun. Das festzustellen ist mies. Richtig, richtig mies. Und genau das ist passiert.

Es hat sich ja über die letzten Wochen schon angekündigt: eigentlich geht es nicht ohne. Heute dann die Rekapitulation bei der Neurologin. Was geht, was geht nicht, was kann, muss, soll passieren?

Eigentlich geht kaum noch was. Ich liege im Bett und schreibe bei Whatsapp. Versuche alles positiv zu sehen und mich abzulenken. Nicht so viel weinen, viel schlafen. Essen? Ja, muss man. Frische Luft? Reicht, wenn das Fenster auf ist. Alles ist zu viel, zu anstrengend. Überforderung allein bei dem Gedanken aufstehen zu müssen. Aggression als Reaktion auf die Überforderung, wie immer eigentlich.

Irgendwann ist man sich nicht mehr nur fremd- irgendwann ist man sich einfach egal. Dieses stumpfe Gefühl. Und man weiß nicht, ob das wirklich schlimmer ist, denn egal ist leichter als traurig. Die Überforderung bleibt, die Leere bleibt, die Angst bleibt und die Dunkelheit bleibt erst recht. Hunger? Nö. Appetit? Selten. Aufstehen? Wenn es sein MUSS.

Und man denkt die schlimmsten Gedanken. Irgendwann wird einem vermeintlich klar, dass man irgendwie ja zu nix zu gebrauchen ist. Haushalt sieht aus wie Rumpel, Arbeit wabert auch nur dahin, wenn man nicht eh krank geschrieben ist. Und kompetent fühlt man sich schon gar nicht.

“Können wir dir helfen?” Eine nette Frage, sogar ernst gemeint. Aber die Antwort ist- nein. Durch Gespräche, Alltägliches- ja. Das hilft, man hat das Gefühl nicht den Anschluss zu verlieren. Ein Anker-Stück Realität im Meer. Der Rest? Zeit.

Und das ist es- selbst wenn man Medikamente verschrieben bekommt. Die brauchen. Die brauchen ihre Zeit, bis sie wirken. Und ich habe jetzt in diesem Augenblick nicht die geringste Ahnung, wie ich die Tage überstehen soll.

Ich bin wieder mal schlaflos…

Wisst ihr, was ne Bitch ist? Nur zu gern würde ich jetzt einen “Deine Mudda” Witz reißen. Is´aber nich´so. Also, vielleicht schon, das kann ich nun echt nicht beurteilen. Wäre ja auch frech.

Was aber definitiv ´ne Bitch ist, ist Schlaflosigkeit. Wie hab´ich dich vermisst, alte Freundin. Was haben wir gemeinsam für super Zeiten hinter uns- nächtelang haben wir zusammen durchgemacht. Bis Sonnenaufgang, und länger!, waren wir eins, untrennbar. Du warst auch noch bei mir, als meine Augenringe schon bis unter das Kinn gingen und ich kaum nach gradaus gehen konnte (hey, querfeldein ist auch gradaus oder? ). Immer wieder hast du mich verlassen, aber ich konnte sicher sein: gänzlich unerwartet, unpassend und mehr als oft unerwünscht flatterst du wieder in mein Leben und machst Ramba-Zamba, Krawall und Remmi-Demmi.

Sie haben versucht uns zu trennen, mehr als ein Arzt hat dir mit rosa Zettelchen, grünen, orangenen, lilanen und weißen Pillchen, Tropfen, Tee und Schmelztabletten versucht den Gar aus zu machen. Aber nicht mit dir, du bist hartnäckig. Du bist nie wirklich gegangen, du hast dich nur geschickt versteckt. Und dann, wenn keiner guckt, tadaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa du bist wieder da!

Was mache ich denn nun mit dir? Hierbleiben kannst du nicht, so viel steht fest. Ich hab die Woche noch echt was vor, Arbeit und so. Und der Bube hat ja auch Geburtstag… Also, bleiben kannst du echt nicht. Ich weiß, das interessiert dich nicht- du bist ja immerhin eine ganz schöne Bitch. Aber vielleicht kriegen wir das dieses Jahr ja mal alleine hin, was meinst du? Du kriegst heute Nacht und den Rest der Woche lässt du mich schlafen? Das wäre doch mal was.

Deine nichtszubereuen

Ständig Ärger

Irgendwie haben wir das Pech derzeit für uns gepachtet. Bube krank. Mama krank. Bube krank. Papa krank. Bube noch nicht wieder gesund, Mama aber schon krank und Papa ebenfalls.

Dazu kommt, dass diverse Dienstleister ganz viele Dinge tun- nur den Dienst, den sie anbieten, leisten sie leider nicht. So warten wir regelmäßig auf Päckchen, wären um ein Haar exmatrikuliert worden und unsere Heizung zeigt ständig eine Fehlermeldung.

Burschi himself ist in der KiTa in der letzten Zeit eher weniger angepasst gewesen- so dass wir schon ein Gespräch mit den Erziehern führen mussten. Ergotherapie wird es wohl im Laufe der nächsten Wochen werden.

Mit ihrem Herzensprojekt ist Mama nun schon im Rückstand und das macht mich schier wahnsinnig 😦 Mir liegt sehr viel daran.

Und überhaupt, so krank und erschöpft, aber geistig fit und energiegeladen ist einfach eine doofe Kombination. Ich wollte heute Vurst machen, aber auch dazu: Zutaten kaufen ging noch und dann war Schicht im Schacht.

Jetzt warte ich darauf dass der ebenfalls kranke König von der Arbeit kommt und dann den Buben abholt. Und hoffe, dass ich bis dahin aufstehen kann. Und vielleicht wenigstens Staub sauge oder so. Vielleicht hole ich aber auch nur Nachtschlaf nach…

Und da waren es plötzlich 30%

Das ist nämlich das höchste der Gefühle, wenn du “nur” auf Psyche einen Antrag stellst. Und überhaupt- eigentlich ist mein Landkreis dafür bekannt, gerne den Erstantrag abzulehnen. Und beim zweiten Unterlagen nachzufordern, bis man den Antrag zurück zieht. Daher habe ich mir recht wenig-eigentlich gar keine- Hoffnung gemacht, dass ich da stressfrei rauskomme. Meine Neurologin hat mich schon drauf vorbereitet, dann würden wir den Antrag noch einmal stellen, das hätte nix zu bedeuten, die Diagnosen stünden trotzdem…

“Sehr geehrte Frau Banane, ihr Antrag ist an XX.XX.2015 bei uns eingegangen. Bitte beachten Sie, dass sie Bearbeitung bis zu 12 Wochen in Anspruch nehmen kann und sehen sie von Rückfragen zum Stand Ihres Abstand ab. Mit freundlichen Grüßen Ihr Versorgungsamt”

Und alle nur so YEAH! Ich denk mir also mal so gar nix böses, gehe zum Briefkasten, sehe den Brief und denk so- pfffffffffffffff! Betreuungsgeldstelle, was geht denn?! Und ich mach den Brief so auf und lese

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Und denke mir so- wie? Das soll es gewesen sein? Und jetzt findet der Staat auch, dass ich eine Behinderung habe?!

Für mich pure Befreiung- denn da hab ich es plötzlich, schwarz auf weiß: ich hab wirklich was. Ich stelle mich nicht nur an. Und da hocke ich jetzt, auf einem der größten Scheißhaufen der Geschichte meiner Existenz und hab das, was mir so oft angesprochen wurde: ein Beweis. Das ging schnell, unproblematisch und ohne Kampf. Ich bin immer noch platt!