Wunschkind [und Übelkeit in der Schwangerschaft]

Ich will gar nicht jammern. Ehrlich nicht. Wer mir bei Insta folgt, oder mich persönlich kennt, der weiß, dass ich dieses Mal ganz schön mit Übelkeit und Spuckeritis zu kämpfen habe. Mein Arzt hat jetzt, kurz vor Ende der 12 Woche, offiziell “Hyperemesis Gravidarium” daraus gemacht. Ich kenne Frauen mit HG und weiß, was diese Krankheit anrichten, wie sie ausarten kann. Ich würde mich KEINESFALLS mit einem solchen Fall vergleichen, nur: mir ist daher nicht weniger schlecht und ich erbreche nicht weniger häufig. Ich werfe mich nicht in einen Topf mit solchen Geschichten– aber heute hat es mich auch erwischt. Jemand völlig Fremdes hat sich erdreistet sich ein Urteil darüber zu erlauben, WARUM mir immer noch übel ist. Und das kam so…

Ich traf heute eine Frau meines Pilateskurses, die mich vor Jahren einmal beim Neurologen gesehen hat und daher weiß, dass ich Depressionen habe. Diese Frau traf ich also beim Bäcker, wir plauderten und da blieb das Thema Schwangerschaft nicht lange unerwähnt und somit auch die Übelkeit.

Wir plauderten also hin und her, als der Hammer kam: “Bist du dir sicher, dass du das Kind haben willst? Also, ich habe ja zwei Kinder und da war mir am Anfang schlecht und da habe ich meine Hebamme gefragt- ich hatte schon gaaaanz früh eine Hebamme!- -hast du eine Hebamme? – -also wie gesagt ich hatte schon ganz früh eine Hebamme, und die habe ich dann gefragt, was ich tun kann. Und die hat nur gesagt, trink mal einen guten Ingwertee und dann setz dich mal hin und rede mit deinem Kind. Sage ihm, dass es wirklich sehr, sehr willkommen ist. Das habe ich dann gemacht und dann war es auch DIREKT weg.”

Ich meine- HALLO?!? Gehts noch? Ich ihr dann erklärt, dass der Bauchkeks ein absolutes Wunschkind ist etc. Und man denkt ja, es könne nicht mehr schlimmer kommen. Doch. Es kann. Es kann ohne Probleme.

“Du hast doch schon länger Depressionen! Vielleicht WEIßT du gar nicht, dass du das Kind EIGENTLICH nicht willst!”

Ja, danke auch, du Kuh. Danke, dass du implizierst, dass ich mein eigenes Kind nicht will und mir nur deswegen so schlecht ist. Und was ist jetzt die logische Konsequenz?

Ich habe mit einer engen Freundin darüber geschrieben, diese war selber und in viel, viel krasserem Ausmaß betroffen. Und sie sagte sinngemäß “und dann sitzt du da, willst dein Kind, fühlst dich noch beschissener- und kotzt trotzdem”. Ja. Genau so ist es. Ich wollte und will BEIDE Kinder. BEIDE. Beim einen hatte ich kaum bis gar keine Übelkeit bei K2 nun eben umso mehr. Und mit Depressionen hat das 0 Komma Garnix zu tun. Ich habe keine Form der Schizophrenie. Ich habe Depressionen. Ich will dieses Kind genauso, wie eine “gesunde” Frau ihr Kind will. Ja, auch mit chronischen Major Depressive Episodes (wie es so schön heißt) kann man Kinderwunsch haben, Familienleben leben und versuchen, sich Glück zu schaffen und zu erhalten. Das alleine ist schon schwer genug, da brauche ich keine unwissenden Subjekte wie dich!

Also, nein – Schwangerschaftsübelkeit hat NICHTS damit zu tun, ob man ein Kind will oder nicht. Sie ist, was sie ist: ein nur unzureichend erklärbares Phänomen. Mit viel Ruhe, regelmäßigem Essen und ganz viel Verständnis aus meinem Umfeld komme ich gut zurecht. Gut, dass DU nicht zu meinem Umfeld gehörst.

 

One thought on “Wunschkind [und Übelkeit in der Schwangerschaft]

  1. Mir war beim ersten gar nicht schlecht, beim zweiten neun Monate und beim Jüngsten gut sieben Monate. Mein Arzt meinte, dass die Hormone bei jeder Schwangerschaft bei manchen für immer mehr Übelkeit sorgten. Aber umso übler mir sei, umso stabiler sei die Schwangerschaft. Das Kind hole sich, was es brauche. Das beruhigte mich sehr und ich konnte ein bisschen auf mich schauen ohne Angst, das Kind zu verlieren.
    Schone dich also so gut es geht, iss wann und was du willst. Ich wünsche dir sehr, dass die Übelkeit bald nachlässt und du die “mittleren” Monate genießen kannst. Am Ende ist man ja einfach nur froh und gespannt drauf, dass es kommt 😉

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