Ich bin der Rock’n’Roll Übermensch [Die Ärzte]

Ja, so fühle ich mich manchmal, frei nach dem Motto: läuft bei mir! Oder auch nicht. Oder vielleicht doch? Nichts genaues weiß man…

Tatsache ist- das Bloggen ist zu kurz gekommen und wie. Mir war einfach nicht danach. “Früher” auf meinem alten Blog, da hatte ich meine Stammleserschaft, ich war mir irgendwie sicher, dass ich meinen Blog zwar für mich schreibe, aber doch irgendwie in asynchrone Kommunikation mit der Welt draußen trete und das war oft (nicht immer) eine große Motivation. Hier ist alles so anders, so neu und mein Leben so im Umbruch. Trotzdem war es lange ein Teil von mir und es wäre doch schade, wenn das nicht wieder käme.

Die letzten 10-12 Wochen – was für eine verdammt lange Zeit! – waren geprägt von Tränen, Heule, Schreien, Lachen, Kichern, Freuen, Hoffen, Bangen, Gespannt sein, neuen Wegen, die bestritten wurden und scheiße viel Neuem 🙂

Der Bube ist nun ein KiTa-Kind- ein richtig, echtes KiTa-Kind, dass jeden Tag von 7:45-15:45 (ca.) in die KiTa geht, dort spielt, bastelt und auch schon den ersten Ärger hatte- dazu an anderer Stelle mehr.

Ich bin nun wieder – und ich traue mich kaum das zu schreiben! – Studentin. Richtig echt, mit Reader, Kursen, Textmarkern und am Ende Prüfungen. Was und wie verrate ich an der Stelle noch nicht 🙂 Nur so viel: die Übernahmeahrscheinlichkeit auf der Arbeit ist mal rasant gestiegen :-O

Wo wir schon beim nächsten Punkt wären. Arbeit. Ich liebe meinen Job. Ich liebe, liebe, liebe ihn! Warum wollte ich eigentlich immer was mit Mensche machen? Menschen liegen mir doch gar nicht! Ein Erfolgserlebnis jagt das nächste, meine Chefin überschlägt sich fast und kürzlich ist es passiert- über die Anstellungsgrenzen hinweg wurde ich auf eine Art kollegial eingebunden, die das einfach hat vergessen lassen. Balsam für die raue Seele! Mittlerweile stehe ich als Hilfskraft nicht mehr “unter” allen (bei der flachen Hierarchie war das auch vorher nicht so), sondern bin Teil des Teams, sogar ein wenig hervorgehoben, da eine gewisse Trennung zwischen wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Mitarbeitern immer da ist. Eigentlich sind HKs ja auf der nicht-wissenschaftlichen Seite (bzw irgendwie dazwischen)- das ist nun einfach klar nicht mehr das Fall.

Ich würde ja sagen, ich finde zu alter Kraft und Stärke zurück- aber das ist nicht so. Ich bin nicht mehr die Alte, ich bin meinem alten Ich entwachsen. Ich habe mich verändert, aber wer könnte Interesse daran haben, dass das nicht der Fall ist? Als mein altes Ich ging es mir schlecht, nun besser.

Eine weitere Sache, die sich einfach so geändert hat- ich habe eine Therapeutin gefunden. Zack. Einfach so. Aufzuarbeiten gibt es ja viel, darüber schreiben kann ich noch immer nicht. Mir wurden meine Wurzeln genommen, meine Herkunftsfamilie und ich vermisse sie. Ich will sie gern zurück haben, aber eben nicht mehr um jeden Preis.

Ansonsten fange ich endlich wieder an zu beißen. Ich fange an, Interesse daran zu haben, mich durchzubeißen, zu kämpfen. Ich habe wieder ein gewisses Interesse, einen unterschwelligen Optimismus, das Gefühl, nicht mehr im Regen zu stehen- bzw. einen Schirm dabei zu haben. Ich nähe wieder (ab und an), stricke wieder nicht nur aus Panik, führe wieder eine Zykluskurve, dekoriere meine Wohnung, putze regelmäßig, beschäftige mich mit bekloppten, alternativen Lebensweisen- und stehe damit nicht mehr so verdammt allein. Mein Meeedchen ist natürlich immer noch meine absolut Vertraute, die Freundin, an die ich mich wenden kann, wie an keine zweite, trotz der Situation und das soll ihr mal einer nachmachen <3. Dazu habe ich eine Gruppe von tollen Frauen, mit denen es einfach Spaß macht- es macht Spaß mit ihnen zu schreiben, sie zu treffen. Ich fange an, mich wertgeschätzt zu fühlen und habe umso mehr Angst, es wieder zu verkacken 😦

Und pssssssssttttt- das ist noch völlig neu. Ich habe ein Ehrenamt übernommen. Bald fange ich an, an einem Projekt zu arbeiten, dass mir am Herzen liegt. Darüber werde ich euch noch en Detail berichten, wenn es aktuell geworden ist. Am Freitag habe ich es erfahren, so frisch ist das noch 🙂

Du bist das Apfelbäumchen, das ich pflanz! [Reinhard Mey]

Reinhard Mey, sehr empfehlenswert für Heule-Sehnsuchts-Sentimental-Tage- besser kann man es fast nicht ausdrücken!

Der Bube ist so groß werden! Unfassbar, dass der nächsten Monat schon 3 Jahre alt wird…

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Mein liebster, kleiner Murmelmann, mein Äffchen!

Was du schon alles kannst!

Sprechen und Sprache:

Du kannst nun praktisch alles sagen, erzählst ganze Geschichte, kannst dich mitteilen, du sagst uns, was du willst- und vor allem: was du nicht willst 🙂 dabei ist es dir leider völlig egal, was wir dir sagen 😦 Du hörst einfach nicht zu, oft scheint es, als lebtest du in deiner eigenen Welt. Das nervt leider ganz schön oft, hab Verständnis für uns, wir versuchen es!

Du sagst nun oft, dass du uns liebst, du kuscheln willst und dass wir dich kraulen sollen. Du bittest uns, Geschichten zu lesen und kannst viele davon schon mitsprechen. Du fängst an, KiTa-Lieder nachzusingen und das ist einfach nur unfassbar goldig.

Du kannst nun ohne größere Probleme bis 10 zählen und sogar schon etwas holrig bis 15. Du kannst – fast! – Mamas Namen (der echt schwer ist!) buchstabieren, weil du mich das so oft tun hörst. Du hast intensives Interesse an Buchstaben und verlangst immer wieder, dass wir einzelne Buchstaben aufschreiben und versuchst sie nachzumalen. Einzig die Motorik fehlt noch, glaube ich.

Leider kreischt und qietscht du ganz viel, besonders in der KiTa- immer wieder wiederholst du (auch Zuhause) die KiTa-Regeln, um sie direkt darauf zu brechen.

Motorik/Bewegung:

Du bist manchmal noch recht unbeholfen, aber schnell und zielgerichtet unterwegs. Klettern kannst du ja schon unfassbar lang sehr gut. Das hat an Faszination nichts verloren! Du rutscht und schaukelst gern und tobst viel.

Du magst in der KiTa besonders das Bällebad und liebst es, dort rumzurennen.

Beim Malen wirst du immer besser und erzählst uns oft, was genau du gemalt hast. Mittlerweile machst du ziemlich runde Kreise! Du fängst an, mit der Schere zu schneiden, was du eventuell schon könntest, wenn Mama und Papa mutiger wären.

Du hast begonnen, dich für Knete zu interessieren und hast auch keine Angst mehr vor Wasserfarben 🙂

Du magst besonders:

  • Die KiTa, ist ja klar! Da hast du schon einige Freunde…
  • Schokolade, Kekse und Eis
  • Bagger, Traktoren, Baustellenfahrzeuge, Autos, Garagen und Waschanlagen. Mit Auto aussaugen kann man dir eigentlich immer einen Gefallen tun!
  • Flunkerfisch – das Buch liebst du heiß und innig.
  • Sportfreunde Stiller (“Mama Sportis!” oder, wenn ich mal wieder mit Freunden aus dem Rheinland gesprochen habe 🙂 “Mama Spooochtis!”)
  • Du machst unheimlich gerne Alltagstätigkeiten- kannst davon aber auch nicht lassen. Dabei hilfst du echt schon richtig super gut mit! Wir haben nur immer Angst, dass dir die Kindheit flöten geht…
  • Nähmaschine. Du magst mir immer helfen und wenn ich Geduld habe, lasse ich dich mitmachen. Das klappt dann mehr oder minder gut, macht aber meistens Spaß. Mehr Spaß würde es machen, wenn meine Maschine nicht so doof wäre.
  • Pommes
  • Kuchen und Kekse backen- und DAS kannst du richtig mega super duper gut! Du hast wenig Geduld beim Abmessen, aber wenn du in der Zeit den Mixer und die Rührstäbe schon rausholen darfst ist alles gut. Du weißt sogar schon, was wir für den Kuchen brauchen und das finde ich Wahnsinn!
  • Deinen Affen und Grölle (Schnuller)

Das magst du nicht so gern:

  • Baden
  • Geräusche, von denen du nicht weißt, woher sie kommen, das macht dir Angst
  • Seit der Trennung von deinen Großeltern nach de großen Streit hast du leider sehr viel Angst vor vielen Dingen und brauchst extrem viel ritualisierte Handlungen, was uns etwas Sorge machst
  • Wenn dir Erwachsene nicht zuhören oder tun, als verstünden sie dich nicht. Das macht dich – verständlicherweise- schier wahnsinnig
  • Deinen Grölle (Schnuller) abgeben
  • Das Wort “Nein”- was immer wieder zu ganzen Dramen führt 😦
  • Kartoffelpuffer
  • Bei etwas nicht helfen zu dürfen

Ich weiß gar nicht, wie ich beginnen soll, so viel Gedanken, und mein Herz ist übervoll, so viel Gefühle drängen sich zur selben Zeit: Freude und Demut und Dankbarkeit. […] dies ist mein Kind, welch ein Geschenk!
Wenn alle Hoffnungen verdorr’n, mit dir beginn’ ich ganz von vorn, und Unerreichbares erreichen, ja ich kann’s! Du bist das Apfelbäumchen, das ich pflanz!
[..]
Du bist ein Licht in ungewisser Zeit, ein Ausweg aus der Ausweglosigkeit, wie ein Signal, den Weg weiterzugeh’n, Herausforderung weiter zu besteh’n.Wo vieles voller Zweifel, manches zum Verzweifeln ist, da macht ein Kind, daß du alle Zweifel vergißt. Es sind in einer Welt, die ziel- und rastlos treibt, die Kinder doch die einz’ge Hoffnung, die uns bleibt!

Reinhardt Mey, “Mein Apfelbäumchen”

Patentante 💜

Long time no see…

Ich würde ja versprechen mich öfter blicken zu lassen – aber das kann ich leider immer noch nicht 😬. Zu erzählen gäbe es genug! Zum Beispiel davon, wie ein kleiner Junge mein Herz im Sturm erobert und mich gestern zur glücklichen Patentante gemacht hat! Leider konnte ich aufgrund der Umstände nicht persönlich dabei sein – umso dankbarer bin ich, dass es auch “so” geht 🙂

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Auch aus der Ferne war es mir wichtig, dass diese Taufe etwas besonderes ist, also habe ich Kerzen angezündet, ein hübsches Kostüm angezogen, das ich in der Kirche auch getragen hätte, ein Gebet gesprochen und mich mit dem weiter nähen des Taufgeschenkes abgelenkt. Perfekt ist es nicht, aber viel Herz und Liebe steckt drin 💜. Entweder wird es eine Decke oder ein Wandbild, je nachdem, was sich die Eltern wünschen.

Patentante 💜💜💜